Die irische Fluggesellschaft Ryanair gibt in ihren Allgemeinen Beförderungsbedingungen (ABB) an, dass Verfahren über Entschädigungszahlungen bei Flugverspätungen und -ausfällen ausschließlich vor irischen Gerichten zu führen sind. Zudem sollen Passagiere die Durchsetzung nicht an Dritte abtreten können. Diese Klauseln hat das Bezirksgericht Salzburg nun im Rahmen einer Klage von AirHelp, für ungültig erklärt.Im verhandelten Fall erreichten drei Ryanair-Passagiere ihr Ziel auf der Strecke von Salzburg nach Dublin mit mehr als drei Stunden Verspätung. Da die Fluggesellschaft dafür verantwortlich war, hatten die Reisenden Anspruch auf eine Ausgleichszahlung in Höhe von 250 Euro pro Person, doch Ryanair verweigerte die Auszahlung der rechtmäßigen Entschädigung mit Verweis auf ihre ABB.

Die Europäische Fluggastrechteverordnung regelt jedoch klar, dass Passagiere ihre Ansprüche im Start- oder Zielland des Fluges sowie im Land des Unternehmenssitzes der Airline einfordern können. AirHelp verklagte Ryanair daher vor dem Bezirksgericht Salzburg, welches die Klauseln am 28. November 2019 für unwirksam erklärte und zugunsten der Passagiere entschied. Das Urteil ist seit dem 15. Januar 2020 rechtskräftig.

Dass Billigfluggesellschaften ihren Passagieren immer wieder ihre rechtmäßige Entschädigungszahlung zu Unrecht verwehren, zeigt eine kürzlich von AirHelp veröffentlichte Analyse: Demnach werden die zulässigen Forderungen in bis zu 99 Prozent der Fälle zu Unrecht abgelehnt.