 |
"...ein unvergesslicher Alptraum..." AirlineTest erhielt den untenstehenden Beschwerdebrief über einen Flug mit Turkish Airlines: München-Istanbul-Bangkok-München - leitete diesen weiter - und wandte sich an die Turkish Airlines, mit der Bitte, ein Statement zu diesem Vorgang abzugeben.
Beschwerdebrief von Herrn B. M., München - über AirlineTest - an die Türkish Airlines:
Flüge TK 60/1630 vom 23.01.05, TK 71 vom 07.02.05 und TK 1629 vom 08.02.05 Erlebnisse mit Turkish Airlines
Sehr geehrter Herr Gündogdu,
Ihre Fluggesellschaft hat mir mehr als 30 Stunden meines Lebens in einen unvergesslichen Alptraum verwandelt. Insofern bitte ich um Verständnis, dass meine nachfolgenden Worte nicht ganz frei von Emotionen sein können.
Angefangen hat die Miesere mit dem Hinflug TK60/TK1630 (MUK-Istanbul-BKK). Nach mehreren Stunden planmäßigen Zwischenstop in Istanbul wollten wir (2 Personen) uns 45 Minuten vor Abflug nach Bangkok in den bis dahin so angekündigten Wartebereich begeben. Daran wurden wir jedoch recht ruppig von einem ausschließlich türkisch sprechenden Wachmann gehindert. Nach wenigen Minuten kam dann auch endlich eine Erklärung von einem anderen Touristen: die Maschine nach Bangkok hatte nun plötzlich 3:58 Stunden Verspätung. Warum wurde diese Verspätung erst jetzt angezeigt? Warum 3 Stunden und 58 Minuten und nicht 4 Stunden? Warum erklärt dies uns ein nur türkisch sprechender Wachmann unter Einsatz von Muskelkraft? Ein paar englische Worte oder ein einfacher Fingerzeig auf die geänderte Anzeigetafel wäre irgendwie freundlicher gewesen. Die nächsten Stunden verbrachten wir nun dann hungrig und durstig auf dem nett anzuschauenden Bodenbelag des Flughafens, da sämtliche Sitzgelegenheiten besetzt waren. Nach einigen Stunden haben wir durch einen Zufall mitbekommen, dass zwei Mitarbeiter Ihrer Fluggesellschaft Essensgutscheine an besonders hartnäckige Fluggäste verteilt hatten. Nach längerer Suche haben wir dann diese Mitarbeiter dann auch gefunden und zur Ausgabe von Gutscheinen überreden können. Anzumerken wäre noch, dass die Verspätung tatsächlich deutlich größer war, als die o.g. 3:58 Stunden.
Doch nun zum eigentlichen Ärgernis - dem Rückflug von Bangkok nach München über Istanbul. Der Rückflug startete ein wenig später, da Ihre Piloten - gemäß einem mitgehörten Gespräch des Bodenpersonals - erst von deren Einkaufsbummel im Duty-Free-Shop zurück kehren mussten. Logisch, denn ohne Piloten fliegt auch ein Airbus A340 nicht und zollfreie Waren kauft jeder gerne. Nach einer längeren Wartezeit starteten wir dann endlich und flogen in Richtung Türkei. So ca. eine Stunde vor Ankunft in Istanbul teilte uns dann einer Ihrer Piloten mit, dass die Wetterverhältnisse eine Landung auf dem internationalen Flughafen von Istanbul nicht erlauben und wir daher auf einem Flughafen außerhalb landen würden. Nach der erfolgten Landung auf dem Provinzflughafen wurden wir zunächst per Bus in die Ankunftshalle verbracht, dann drehten wir mit dem Bus ein paar Runden auf dem Vorfeld, bevor man uns ca. 50 m durch den Schneesturm in den Transitbereich laufen ließ. Toll, wenn man nur mit einem T-Shirt bekleidet ist. In diesem Transitbereich war kein Vertreter von Turkish Airlines vorhanden und auch die Crew Ihres Airbus hatte sich sofort klammheimlich abgesetzt. Festzuhalten ist, dass Ihre Fluggesellschaft mindestens eine Stunde vor Ankunft auf diesem Provinzflughafen wusste, dass wir dort landen und keinerlei Vorbereitungen getroffen hat. Andere Airlines - wie etwa Lufthansa und Emirates - haben in der gleichen Situation Ihre Passagiere binnen einer Stunde zum Internationalen Flughafen verbringen können, aber Turkish Airlines war nur in der Lage, uns dort abzuladen. Ihre Firmenvertreter haben sich sofort aus dem Staub gemacht und uns ohne irgendwelche Informationen, Nahrung oder auch nur Trinkwasser zurückgelassen. Nach vier Stunden war in mehreren Fällen eine ärztliche Versorgung einzelner Passagiere erforderlich, die wir uns in einer gemeinsamen Aktion (Ausbruchversuch) gegen den Willen des Wachpersonals erkämpft hatten. Niemand - weder Flughafen, noch Polizei geschweige den Turkish Airlines - hat uns geholfen. Als dann endlich ein Zuckerkranker bewusstlos am Boden lag, haben wir die Polizeisperre überrannt und uns die ärztliche Hilfe erkämpft. Dieser Zuckerkranke hat nur das Bewusstsein wiedererlangt, weil wir Passagiere alle verfügbaren Nahrungsmittel - wie Babynahrung und Gummibärchen - sofort zur Verfügung gestellt haben. Wo war die Hilfe Ihrer Gesellschaft oder eines Wachmannes oder eines Flughafenmitarbeiters. Nach weiteren Demonstrationen und Ausbruchandrohungen haben wir uns die Reinigung der Sanitäranlagen erkämpft, die insbesondere durch eine weitere Reisegruppe (100 - 200 moslemische Pilger) in einen unbrauchbaren Zustand versetzt worden war. Acht Stunden lang gab es so gut wie nichts zu trinken oder zu essen, da die wenigen Vorräte der dort befindlichen Bar von der Pilgergruppe geklaut oder mit Körpereinsatz aus unseren Händen gerissen wurde. Sogar die Babynahrung für ein einjähriges Kind mussten wir vor Diebstahl retten. Wo war Turkish Airlines? Wo war das Wachpersonal? Wo waren die Flughafenmitarbeiter? Der nach sechs Stunden endlich eingetroffene Vertreter von Turkish Airlines (Hr. Mustafa) hat uns nachfolgend nur angelogen und ist fortwährend abgehauen. Ein paar Gäste durften per Bus nach Istanbul abreisen, allerdings nicht die Kranken oder Alten oder Familien mit Kindern. Nein, nur Reisegruppen und Business Class Passagiere gehörten zu den Gewinnern. Die restlichen Passagiere blieben zurück. Haben Sie schon mal Erwachsene Menschen weinen sehen? Haben Sie schon einmal kleine Kinder gesehen, die auf dem nackten Fußboden schlafen müssen, weil niemand hilft? Haben Sie schon mal versucht, einem zuckerkranken Erwachsenen, dem nach wie vor die Medikamente (waren im Flugzeug auf dem Flughafen) und die Nahrung vorenthalten wurden, Mut zu machen? Als dieser Kranke dem zweiten Koma nahe war, ist er schwankend durch die Polizeiabsperrung in Richtung Arzt mit der Bemerkung gegangen „erschießt mich doch wenn ihr wollt“. Wir Mitreisende und auch seine Ehefrau wurden von dem Wachpersonal gewaltsam an einer Hilfeleistung gehindert und also musste er auf Händen und Füßen zum Notarzt kriechen.
Irgendwie haben wir dann die verschiedenen Botschaften in Istanbul erreicht und über die Vorkommnisse in Kenntnis gesetzt. Irgendwann verkündete dann Ihr Mitarbeiter, dass eine Maschine für 160 Personen zum Internationalen Flughafen abfliegen würde. Toll, eine Boing 737 für ein paar hundert Menschen. Ich erspare mir weitere Details über die chaotischen Abläufe bis zum Einstieg in die Maschine, aber die Handgreiflichkeiten haben mir und anderen Passagieren ein paar blaue Flecken und Schrammen zugefügt. Anzumerken wäre noch, dass Ihr Mitarbeiter nicht nur uns fortwährend belogen hat, sondern auch die Vertreter der diversen Botschafter. So begann das Boarding nicht um 18.00 Uhr, wie er der britischen und der deutschen Botschaft um 18:15 Uhr mitgeteilt hat, sondern erheblich später. Auch saßen wir nie in einer Maschine nach Stuttgart oder hatten die Chance dies zu tun. Konsequenterweise gab es auf diesem Flug keinerlei Service (die Crew hatte sich hinter einem Vorhang versteckt). In Istanbul angekommen haben wir dann die nächsten Stunden weitere Lügen und Tricks der Turkish Airline Mitarbeiter erdulden müssen. Ich persönlich wurde erst einmal dahin gehend belehrt, dass ich nicht die deutsche Botschaft hätte anrufen dürfen. Daher müsse ich jetzt erst einmal ein wenig warten, um zu lernen dass man so etwas nicht macht. Nachfolgend wurden dann auch erst zwei türkische Reisende, die sich an den übrigen Reisenden (Deutsche, Briten, Holländer, Alte, Kranke, Babies) vorbei gemogelt hatten, bedient. Irgendwann waren dann auch wir mal an der Reihe. Es gab angeblich keine Hotelbetten im Transitbereich mehr und so sollten wir EU-Bürger uns von unseren Ehefrauen, Ehegatten, Freunden aus visa-pflichtigen Ländern trennen, um alleine in ein Istanbuler Hotel zu gehen. Die übrigen Ehefrauen, Ehegatten, Lebenspartner, Freunde müssten halt die Nacht irgendwie im Transitbereich verbringen. Wir haben diesen „perversen“ Vorschlag entschieden zurück gewiesen und auf eine menschenwürdige Lösung gedrängt. Darauf hin schickte uns Ihr Mitarbeiter zum Airporthotel mit dem Hinweis, wir könnten unser Glück mal selber versuchen. Natürlich gab es zu diesem Zeitpunkt nach Auskunft des Hotels ausreichend viele Zimmer (7 Stück), aber wir bräuchten einen Voucher von Turkish Airlines oder müssten selber bezahlen. Also wieder zurück von einem Ende des Flughafens zurück zum anderen Ende des Flughafens. Nach 12 Stunden ohne Essen und Trinken läuft man ja gerne. Dort gab es neben dem üblichen Grinsen nach weiteren 30 Minuten Gutscheine für ein minimales Fast-Food-Essen. Selbstverständlich gäbe es immer noch keine freien Zimmer (wieder einmal gelogen). In den nächsten zwei Stunden habe ich dann Ihre Mitarbeiter im Abstand von 15 Minuten nach Übernachtungsmöglichkeiten gefragt, bis wir dann um ca. 23:00 Uhr endlich die seit Stunden benötigten Voucher bekommen haben. Beim Einschecken wurden wir gefragt, ob wir Raucher- oder Nichtraucherzimmer haben wollen (so viele freie Zimmer???). Auf Nachfrage bestätigte uns das Hotelpersonal nochmals, dass seit Stunden ausreichend viele Zimmer - egal ob Raucher oder Nichtraucher - zur Verfügung gestanden hätten... B. M., München Anmerkung von AirlineTest.com: +++Text wurde gekürzt - es wurden keine wesentlichen Inhalte entfernt+++

Sehr geehrter Herr M., Sehr geehrter Herr C.,
wir nehmen Bezug auf unsere beiden Zwischenbescheide vom 09.02.2005 sowie 14.03.2005 und teilen Ihnen mit, dass uns nunmehr die Stellungnahmen von den Stationsleitungen Istanbul und Bangkok vorliegen. In diesem Zusammenhang nehmen wir nachstehend Stellung zu den einzelnen Flügen: Flug TK 1630/23.01.2005 München - Istanbul. Der Flug ist planmäßig abgefertigt worden und pünktlich gegen 15.10 LMT in Istanbul gelandet. Flug TK 060/23.01.2005 Istanbul - Bangkok Der Flug TK 0060 ist mit 3 Stunden 45 Minuten Verspätung in Istanbul abgefertigt worden, insgesamt waren bei diesem Flug 237 Passagiere registriert. Die Passagiere haben während des Aufenthaltes am Flughafen Istanbul Essengutscheine erhalten, mehrfach ist die Verspätung auf den Monitoren und Anzeigetafel angezeigt gewesen, desweiteren wurde die Verspätung per Lautsprecher an die Passagiere in Englischer und Türkischer Sprache announciert.
Flug TK 071/07.02.2005 Bangkok - Istanbul Der Flug TK 0071 ist am 07.02.2005 mit einer Verspätung von 18 Minuten in Bangkok gestartet. Die Maschine konnte wegen schlechten Wetterverhältnissen (starkem Schneetreiben) vor Ort in Istanbul am Atatürk International Flughafen nicht landen und wurde daher zum "Sabiha Gökcen Airport" der sich ausserhalb von Istanbul befindet umgeleitet werden und landete dort um 07.20 LMT. Es handelte sich hier um eine ausserplanmäßige Landung, da wie oben erwähnt, zu diesem Zeitpunkt der Flughafen in Istanbul für den Flugverkehr geschlossen war. Der Flughafen "Sabiha Gökcen Airport" wird von unserem Unternehmen normalerweise nicht angeflogen, daher war zum Zeitpunkt der Landung kein Bodenpersonal vor Ort. Ebenfalls wurden die Flüge TK 1163/Dubai und TK 0095/Dschiddah zu o.g. Flughafen umgeleitet. Da zeitgleich alle o.g. drei Flüge zum "Sabiha Gökcen Airport" umgeleitet worden sind, ist es verständlicherweise zu Engpässen gekommen. Nach der Landung, konnten erst nach knapp 3 Stunden von der einzigen Caferia die sich innerhalb im Flughafen befindet an die Passagiere Getränke und Essen ausgegeben werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass auch die ungünstigen Verkehsbedingungen (Landweg) vor Ort in Istanbul, eine grosse Rolle gespielt haben. Nach Abschluss der Reisepasskontrollen durch den Flughafenpolizei, konnten die meisten Passagiere zu den Hotels transferiert werden. Gegen 14.00 LMT hatte sich die Wetterlage am Atatürk International Airport in Istanbul insoweit normalisiert, dass teilweise der Flugverkehr aufgenommen werden konnte. Eine Boeing B-737 wurde daher bereitgestellt, so das es möglich war von den 267 Passagieren des Fluges TK071 erst einmal 165 Passagiere zum Atatürk International Airport zu befördern. Die verbleibenden 101 Passagiere wurden nochmals am Sabiha Gökcen Airport mit Essen und Getränken versorgt. Die Beförderung der restlichen Passagiere zum Atatürk International Airport bzw. zu den Hotels war gegen 22.45 LMT abgeschlossen worden. In dieser Zwischenzeit hat sich unserer Luftfahrtunternehmen, trotz der schlechten Wetterlage bemüht alle unsere Passagiere die sich am Sabiha Gökcen Airport befanden als bald möglich zu deren Hotels zu transferieren und auch bei der Ausgabe von Essen und Getränkegutscheinen so gut wie möglich die vorherrschenden Lage zu bewältigen.
Flug TK1629/08.02.2005 Istanbul - München Der Flug TK1629 konnte mit einer 1 Stunde Verspätung abgefertigt werden, da in der Nacht vom 07.02.2005 auf den 08.02.2005 wieder starke Schneefälle eingesetzt hatten. Um allgemein auf die Reklamation zurückzukommen, möchten wir Sie bitten zur Kenntnis zu nehmen, dass im Fall einer Flugstorniertung durch schlechte Wetterbedingungen wie auch 07.02.2005 in Istanbul geschehen, der Flugbetrieb wegen starken Schneefalles bzw. Schneetreiben die Flüge am Atatürk International Airport in Istanbul annulliert bzw. nach Stunden teilweise mit Verpätungen aufgenommen werden konnte. Im Fall der "Höheren Gewalt" besteht keinerlei Haftung gegenüber dem Fluggast ausgenommen die Beförderung mit dem nächstmöglichen Flug an dessen Zielort, das auch am 08.02.2005 durchgeführt wurde. Festzuhalten ist, dass die Verspätung aus von uns nicht zu vertretenden Gründen entstand. Da es sich um einen internationalen Flug gehandelt hat, findet bei diesem Sachverhalt ausschliesslich das "WARSCHAUER ABKOMMEN", Anwendung. Das Warschauer Abkommen regelt die Haftung der Fluggesellschaften in den Artikeln 18-30. Nach Artikel 20 ist eine Entlastung der Fluggesellschaften im Fall des Flugausfalles infolge "höherer Gewalt" durch Deutsche Rechtssprechung anerkannt. Die von Ihnen geltend gemachten Anspüche wegen Arbeitsausfalles werden abgelehnt. Der Beförderungsvertrag zwischen dem Passagier und unserem Unternehmen unterliegt nicht dem BGB, sonderm dem Warschauer Abkommen. Mit dem Verkauf eines Flugscheines der Fluggesellschaft an den Fluggast entsteht lediglich ein "Beförderungsvertrag" zwischen den Parteien; nicht aber ein Reisevertrag. Unsere Haftung gemäß dem Warschauer Abkommen und unseren Allgemeinen Beförderungs-bedingungen beschränkt sich lediglich auf unmittelbare Schäden, die nachgewiesen sind. Dennoch möchten wir die Angelegenheit kulanterweise abschliessen und sind bereit, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht Ihnen und Ihrem Mitreisendem Herr B.C. unter Vorlage der Boardingkarten sowie Flugscheincover in Orginal jeweils pro Person eine Auszahling in Höhe von 200,00 (EUR)* zu leisten. Mit der Zahlung dieses Betrages sind alle sämtlichen Ansprüche abgegolten.
Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie und Herr C. unser Angebot annehmen wollen, damit wir Ihnen beiden eine Einverständniserklärung zukommenlassen. Wir bedauern außerordentlich, dass Ihnen soviel Unannehmlichkeiten entstanden sind, die jedoch nicht auf uns zurückzuführen sind und möchten gleichzeitig unsere Hoffnung aussprechen, dass Sie vielleicht Ihren Entschluß nochmals überdenken und revidieren und uns somit die Gelegenheit geben, Ihnen in Zukunft die Servicequalität zu bieten, die Sie auf einem Internationalen Flug gewöhnt sind. Mit freundlichen Grüßen
Turkish Airines Inc. München Taner Gürbüz Direktor
Anmerkung AirlineTest.com: +++Turkish Airlines bemühte sich sehr um eine kulante Lösung. *Zwischenzeitlich gab es eine einvernehmliche Regelung+++
|
 |